Fünfte Architekturwoche A5
Grußwort

Wo endet Stadt und wo beginnt Landschaft? Die Grenzen zwischen ländlichem und städtischem Raum verwischen immer mehr. Diese Verwebung entspricht einer weltweiten ähnlich verlaufenden Entwicklung, die ein einheitliches Bild von Stadt nicht mehr zulässt. Auch sprachlich versucht man, sich diesem Phänomen zu nähern, es mit verschiedenen Bezeichnungen zu beschreiben und zu diskutieren: Metapolis, Netzstadt, Zwischenstadt, edge city, Zwischenland, StadtLandschaft, urban landscape. Bei der gegenwärtigen Herausforderung der Ausgestaltung jenes peripheren Übergangsbereichs spielen Architektur und Städtebau eine wesentliche Rolle.

Auch in München ereignen sich Umbruch.Abbruch.Aufbruch und mit genau diesem Wandel unserer StadtLandschaft setzt sich die diesjährige Architekturwoche A5 auseinander. Das ehemalige Kaufhaus am Dom in der Neuhauser Straße ist als Veranstaltungsort wie maßgeschneidert: eine traditionsreiche Geschichte endet hier und es entsteht Raum für Innovation – ein Aufbruch. Anlässlich der Fünften Architekturwoche in München gibt es wieder mannigfaltige Möglichkeiten, München mit neuen Augen zu sehen und sich von Architektur und Bauwerken begeistern zu lassen.

Die Architekturwoche bietet Raum für Austausch, Information und neue Perspektiven im Bereich Baukultur. Nutzen Sie die Vorträge, Diskussionen, Führungen und Ausstellungen der kommenden neun Tage, um sich mit unserer Stadt auseinanderzusetzen und vielfältige Aspekte im Rahmen dieser Veranstaltung kennenzulernen. Allen Besuchern, Laien wie Fachpublikum, wünsche ich eine aufschlussreiche Woche mit vielen bleibenden Eindrücken und der Fünften Architekturwoche einen erfolgreichen Verlauf.

Ihr Christian Ude
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
Schirmherr der Architekturwoche A5

 

Grußwort BDA

„Umbruch.Abbruch.Aufbruch“ – umreißt das komplexe Arbeitsfeld für Politiker, Soziologen, die Immobilienwirtschaft, Kulturschaffende, Klimaexperten, Ingenieure, und natürlich die Gestalter aus Regional-, Stadt-, Landschafts- und Hochbauplanung. Die Zusammenarbeit aller Protagonisten formuliert letztendlich die Gestalt unserer gebauten Umwelt – hier insbesondere die im Fokus der A5 liegenden Übergänge von Stadt zu Landschaft.

Wie können in neuen Stadtentwicklungen für mehrere tausend Einwohner am Rand der Kernstadt urbane Qualitäten implementiert werden, sind diese stadtgesellschaftlich überhaupt erwünscht und realisierbar, und wie kann die kommunale Planungs- und Bauverwaltung im Dialog mit Entwicklern und Investoren Projekte zwischen Innovation und Vermarktbarkeit gestalten? Dies ist ein zentrales Thema dieser Architekturwoche.

Im Umgang mit den wenigen großen, noch verfügbaren Flächen in den (erweiterten) Zentren und insbesondere in den Grenzbereichen der Stadt zur Landschaft sind endlich und hoffentlich rechtzeitig die Parameter Klimawandel, Ressourcenschonung und Bodenmanagement zu zentralen Themen geworden. Auf diese Problematiken will die A5 aufmerksam machen, Fragen stellen und im Dialog mit Experten Antworten geben und Strategien aufzeigen. Bewegung und Vernetzung spielen bei der Erschließung neuer Stadträume eine wichtige Rolle. In den Landschaftsraum empfindlich eingreifende Straßenbauprojekte, die Schaffung neuer Trassen für den öffentlichen Personennahverkehr, als auch der Rückbau und die Überbauung von ehemaligen sowie noch genutzten Verkehrsbauwerken sind ebenso ein Thema wie die Gestaltung des öffentlichen Raumes als lebendige, durch die Stadtgesellschaft angenommene Orte für Begegnung, Bewegung und Kommunikation. Exkursionen und Führungen sollen Interessierten unter der Leitung von koordinierenden und gestaltenden Planern anhand aktueller Entwicklungen dieses Themenfeld nahebringen und mögliche Lösungen aufzeigen.

Untrennbarer Bestandteil in – sowie am Rand der Stadt – sind Landschafts- und Freiräume. Zentral gelegen, schnell erreichbar, programmatisch und qualitativ gestaltet machen sie die Stadt erst lebenswert. Nicht nur die Neuentwicklung von Freiräumen, sondern auch Renaturierungsund Umstrukturierungsmaßnahmen verbauter Landschaften und nicht mehr genutzter Verkehrstrassen bilden große Potenziale urbaner Entwicklung. Vorbildliche Planungen werden im Rahmen der A5 zu Fuß oder per Rad besucht und von Experten erläutert.

Die latent vorhandenen Potenziale der nachhaltigen Nutzung lokal vorhandener natürlicher Ressourcen müssen in den Vordergrund der Entscheidungen treten. Das Spektrum reicht vom ökologischen Städtebau bis zur energetischen Optimierung des einzelnen Gebäudes. Beispielhafte Initiativen und preisgekrönte Wettbewerbsbeiträge werden präsentiert und diskutiert.

Nicht zuletzt sollen anhand herausragender ausgeführter Projekte die ästhetischen Qualitäten urbaner Projekte gezeigt werden. Die Schaffung und Vermittlung eines stadtgestalterischen und baulichen Kodexes sind mitentscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz von Stadtentwicklungen. Im Rahmen von Podiumsdiskussionen und Vorträgen sollen die Aspekte der Ästhetik und Gestaltung thematisiert werden.

Prof. Florian Fischer
Vorsitzender BDA Kreisverband
München-Oberbayern

 

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